01.11.2007: Sanierung gelungen.
Ende September 2007 hat die Lange Faserverbundtechnik GmbH im Rahmen einer übertragenden Sanierung alle materiellen und immateriellen Vermögenswerte der Lange Flugzeugbau GmbH erworben. Sie führt unter Mitwirkung aller Wissensträger in den modernen Anlagen am Standort Flugplatz Zweibrücken die Produktion der Antares-Baureihe weiter.
Bei der übertragenden Sanierung wurden vom Insolvenz- verwalter der Lange Flugzeugbau GmbH alle Vermögens- gegenstände an die Lange Faserverbundtechnik GmbH veräußert. Aus dem Veräußerungserlös werden die Gläubiger der Lange Flugzeugbau GmbH befriedigt. Darüber hinaus bietet die Lange Faserverbundtechnik GmbH auf freiwilliger Basis allen Kunden, die eine Anzahlung auf ein Flugzeug an die Lange Flugzeugbau GmbH geleistet haben, eine sehr großzügige Übernahme- regelung an. Die ersten Kundenreaktionen waren sehr positiv.
Die Aufkapitalisierung der Lange Faserverbundtechnik GmbH gestaltete sich aufgrund der vorhandenen zukunftsweisenden Technologie und des nachgewiesenen Produkterfolges der Antares-Baureihe vergleichsweise einfach, so dass das Unternehmen heute auf soliden wirtschaftlichen Beinen steht.
Die Lange Faserverbundtechnik GmbH wird in Kürze mit der Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH einen Kooperationsvertrag schließen. Die Schwerpunkte der Kooperation werden in den Bereichen Einkauf, Fertigung und Entwicklung liegen. Beide Unternehmen erwarten durch die Ausnutzung vorhandener Synergien und gestärkter Einkaufsmacht deutliche Vorteile.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Unternehmens (mehr als 65 % der Flugzeuge werden exportiert) wird sich die Lange Faserverbundtechnik GmbH in Kürze in Lange Aviation GmbH umbenennen.
Zur Historie:
Am 25.07.2007 musste die Lange Flugzeugbau GmbH Insolvenz anmelden. Das Insolvenz- verfahren wurde am 30.09.2007 eröffnet.
Hauptinsolvenzgrund waren zwei, länger andauernde Produktionsstillstände, die im Wesentlichen auf die Lieferung von mangelbehafteten Elektronikbauteilen und extrem verspätete Lieferungen von entscheidenden Elektronikbauteilen zurück zu führen sind.
In 2007 wurden durch den zweiten Produktionsstillstand die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens so stark belastet, dass die Insolvenz nicht mehr vermieden werden konnte.
Auf die mangelbehafteten Bauteile wurde mit einer Überarbeitung des Elektroniksystems reagiert, so dass diese Bauteile heute keine Verwendung mehr finden. Im Zuge der Überarbeitung konnte das Gesamtsystem vereinfacht werden und die ohnehin schon sehr hohe Zuverlässigkeit konnte weiter gesteigert werden. Dem Problem der Verfügbarkeit von Elektronikbauteilen wird in Zukunft durch eine umfassende eigene Lagerhaltung kritischer Bauteile und Baugruppen begegnet. So werden bereits heute einzelne Bauteile in Stückzahlen vorgehalten, die für mehrere Jahres- produktionen ausreichen. Die gleiche Strategie verfolgen auch Airbus und diverse andere große Unternehmen aus dem Luftfahrtbereich.
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